Auch als 'Leuchtende Nachtwolken' bekannt, tritt diese Erscheinung in einer Höhe von 80-95 km auf. Am Rande der Erdatmosphäre in der sog. Mesopause herrschen gewöhnlich -80 bis -90C°. Eine adiabatische Entspannung des mittransportierten Wassers senkt die Temperatur dieser Wolken auf etwa -140C° herunter. Hierbei findet eine Kristallisation an kleinsten Staubpartikeln statt, welche durch vergangene Vulkanausbrüche und vermutlich durch die unzähligen Weltraumstarts eingetragen wurden. Wenn überhaupt, dann treten diese Wolken im Juli und August auf. Während Schleierwolken u.ä. bis 13 Km Höhe in der Troposphäre eher grau erscheinen, erscheinen Nachtleuchtende Wolken strahlend. Die Dämmerung verzögert sich bis zu einer Stunde, und spätestens wenn neben diesen Wolken Sterne auftauchen, so müsste selbst der verschlafendste Beobachter den lumineszenten Unterschied bemerken. (Ganz selten bei uns zu beobachten!)
Objekt: Nachtleuchtende Wolken Datum: 14.07.09 Zeit: 22:30-22.50 MESZ Ort: Germerswang Kamera: Canon 50D, Obektiv 10-22mm Belichtung: 5-20 Sekunden Software: Photoshop Autor: Thorsten Boeckel
|
Die schummrige Leuchtkraft der Nachtleuchtenden Wolken errinnert einen, wer es erlebt hat unmittelbar an das Polarlicht Ende Oktober 2003. Damals war nach Aussagen von Polarlichtbeobachtern, dieses Nordlicht in den vergangenen Jahrzehnten in seiner Dimension eines der bisher hellsten in Südbayern. Ungefähr alle 40 Jahre tritt in unseren Breitengraden solch ein Polarlicht in dieser Intensität auf. Im Schnitt sind Polarlichter in unseren Landen alle 11 Jahre zu sehen.
Ein Polarlicht entsteht in 70 bis 100 Kilometer über der Erde. (Meyers Handbuch Weltall schreibt: 100 -250 km). Die Polarlichter vom 30/31. Oktober 2003 tauchten das Firmament in rote und grüne Farben, wie man es gewöhnlich nur in nordeuropäischen Breiten zu sehen bekommt. Diesmal war das Phänomen bis nach Oberösterreich und Tirol zu sehen.
|
 |
Fotos: Thorsten Böckel
|