Lichtsmog
Wie so viele Fach- und Amateurkollegen haben auch wir mittlerweile mit dem Beleuchtungsexzess unserer Mitbürger zu kämpfen. Es scheint diese Problematik noch keineswegs ins Bewusstsein geraten zu sein. Nicht einmal die extrem gestiegenen Energiekosten geben den Verursachern privater und öffentlicher Lichtorgien zu denken: So lange es geht und Spaß macht, beleuchte man alles, was zu finden ist.
In Fürstenfeldbruck können wir nur noch den Mond, Planeten und die Sonne oder auch mal einen Kugelsternhaufen gut beobachten, in Gilching hat man die Werbefläche eines DAV-Kletterzentrums direkt in Südrichtung vor die Volkssternwarte gesetzt: Beleuchtung voll, jeden Tag bis ca. 23.30 Uhr. Insbesondere für Kindergartenkinder oder Schüler, die nur im Herbst und Winter, also wenn es früh dunkel wird, die Gelegenheit hätten, am frühen Abend den Sternenhimmel und/oder die Milchstrasse zu beobachten, kommen durch diese Beleuchtungsorgien zu kurz. Denn Sternenhimmel oder Milchstrasse sind unter diesen Bedingungen nicht oder nur sehr schlecht sichtbar.
Werbebeleuchtung ist in Gilching auch andernorts bis weit nach Mitternacht in Betrieb und erhellt die Nacht ohne Sinn und Zweck.
Wir sind nicht gegen Beleuchtung, aber für deren sinnvollen und möglichst konzentrierten Einsatz, der den Nachthimmel noch als Sternehimmel erkennen lässt, Tiere und Menschen nicht in ihrer Lebensrhythmik stört und die Energieverschwendung nachhaltig reduziert.
Im Jahr 2004 hatte sich der DAV vehement gegen die Beleuchtung der Zugspitze gewandt, die von einer privaten Firma als Werbekampagne geplant war. Die Argumente des DAV sind auch unsere. Leider werden sie nicht gehört, wenn der DAV selbst, wie in Gilching zur Lichtverschmutzung beiträgt (siehe Banner)!
Weitere Informationen und aktuelle Karten zur Lichtverschmutzung gibt es bei
VdS Initiative gegen Lichtverschmutzung: Fachgruppe Dark Sky (mit vielen Informationen).
Ende 2007 wurde eine Petition "Immissionsschutz: Lichtverschmutzung" am Deutschen Bundestag, Petitionsausschuss, abgegeben.
Der Deutsche Bundestag hat diese Petition am 08.09.2009 abschließend beraten. Eine gesetzliche Anpassung wurde nicht für erforderlich erachtet. Die Petition wurde jedoch dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit überwiesen (vgl. Beschluss des deutschen Bundestages)

